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Metan GmbH Blechverarbeitung

Projekt zur Steigerung der Materialeffizienz im Zuge eines Hallenneubaus

Unternehmen

Das Unternehmen Metan GmbH Blechverarbeitung ist ein traditionsreiches Unternehmen welches sich auf die Produktion von Stahlmö- beln spezialisiert hat. Seit der deutschen Wiedervereinigung ist die Firma Metan stetig gewachsen. Heute beschäftigt das Unternehmen etwa 45 Mitarbeiter. Das Produktprogramm erstreckt sich von Einrichtungsgegenständen für Werkstatt und Büro bis hin zu Einrichtungen für Sozialräume. Dabei bietet Metan eine Vielzahl von Standardprodukten an, die in verschiedenen Ausführungen bestellt wurden können. Gleichzeitig reagiert die Firma flexibel auf Kundenwünsche, auch bei Stückzahl eins. Die Kerntechnologien der Firma liegen dabei im Zuschnitt und Biegen von Blechen, dem Widerstandspunktschweißen und dem Pulverbeschichten der geschweißten Möbel. Pro Woche produziert die Firma ein Volumen an Stahlmö- beln von etwa 6 LKW-Ladungen

Ausgangssituation

Die Firma Metan GmbH Blechverarbeitung plante einen Hallenneubau um die bestehende Produktion durch eine teilautomatisierte Pulverbeschichtungsanlage zu erweitern. Im Zuge dessen sollte ein Projekt zur Materialeffizienzsteigung und zur Vermeidung von Abfällen durchgeführt werden.

Projektziele

Ziel des Projektes war es Möglichkeiten aufzuzeigen die eine effizientere Nutzung der eingesetzten Materialen ermöglichen. Dies bezog sich hauptsächlich auf den Bereich des Blechzuschnittes und den Bereich der Pulverbeschichtung. Für den Blechzuschnitt wurden Untersuchungen in Bezug auf alternative Blechtafelabmessungen durchgeführt, die mehrere Standardblechteile vereinen und dabei geringere Reststückabmessungen zurücklassen. Zusätzlich wurde über Möglichkeiten einer Weiternutzung von Kleinblechabschnitten nachgedacht.

Im Bereich der Pulverbeschichtungsanlage war das Ziel den Ofen energieeffizient zu betreiben und das Pulver optimal zu nutzen. Ansatzpunkte hierfür waren intelligente Lösungen, die Wärmeverluste beim Ein- und Ausfahren der Bauteile aus dem Ofen minimieren. Gleichzeitig sollte die Wirtschaftlichkeit von Pulverrückgewinnungssystemen geprüft werden.

Umsetzung

Um dies umsetzen zu können, musste das Bestandsgebäude durch einen Anbau erweitert werden. Die Pulveranlage sollte die Bauteile stetig mit 1m/min vom Waschen über die Trocknung bis hin zum Pulverbeschichten und dem Brennvorgang fördern. Gleichzeitig wurden automatisierte Pulverkabinen mit einer Pulverrückgewinnung vorgesehen. Die Anpassung der Blechtafelformate konnte allerdings nicht mehr im Projekt realisiert werden.

Effekte

Im Vorfeld haben Analysen gezeigt, dass etwa 30% der Pulvermasse durch Overspray nicht am Bauteil haften bleibt und somit rückgewonnen werden könnte. Bei einem Gesamtpulververbrauch von etwa 52.000kg pro Jahr können dadurch etwa 15.600kg rückgewonnen werden. Die Kostenersparnis pro Jahr beträgt dabei mehr als ein ¼ des eingesetzten Kapitals pro Jahr.

Auch der Zuschnittbereich wurde auf Optimierungspotenziale untersucht. Hier könnte durch bessere Abstimmung der Blechformate auf Standardteile Metallschrott vermieden werden. Durch den Einsatz der ermittelten Blechtafelformate kann die Firma Metan etwa 8935,- Euro im Jahr einsparen.

Ausblick

Es wurden Punkte untersucht und dokumentiert, die das Potenzial für eine bessere Materialnutzung besitzen. Da einige Empfehlungen nur mittel- und langfristig umsetzbar waren, konnte im Projektzeitraum leider keine Bewertung der Praxistauglichkeit bzw. der sich in der Praxis eingestellten Ergebnisse durchgeführt werden. Welche Einzelmaßnahmen erprobt und in der Serie umgesetzt werden sollten unterliegt demnach der Entscheidung des Auftraggebers.

Ratsam ist es eine Aufwandsbetrachtung der Maßnahmen und die Betrachtung der realen Materialersparnis bzw. Kostenersparnis durchzuführen. Dabei sollte die wirtschaftlichste Maßnahme möglichst kurzfristig umgesetzt werden.

Es empfiehlt sich daher folgende Punkte weiter auszuplanen und umzusetzen:

  • Abfallreduzierung im Zuschnittbereich durch verschiedene Blechformate
  • Verringerung des Materialbedarfs durch Pulverrückgewinnung beim Pulverbeschichten

Weiterhin sollte in einem Folgeprojekt ein durchgängiges Konzept entwickelt werden, welches eine verbesserte Materialbedarfs- und Materialeinsatzplanung möglich macht. Dies sollte unter dem Gesichtspunkt einer durchgängigen Material- und Reststoffverfolgung geschehen. Dadurch ist es möglich, Verschwendung aufzudecken und entsprechende Maßnahmen zur besseren Materialnutzung umzusetzen. Für die Materialverfolgung in der Produktion müssen Anforderungen ermittelt werden und geeignete Konzepte entwickelt werden. Die Anforderungen sollten in entsprechenden Lastenheften definiert werden. Anschließend sollte eine Umsetzungsbegleitung während der Realisierungsphase erfolgen.

Eckdaten

  • Unternehmen
    Metan GmbH Blechverarbeitung
    Hermannsdorfer Weg 6/7
    09468 Tannenberg
  • Branche
    Metallbearbeitung
  • Projektinhalt
    Analyse zur Materialeffizienzsteigerung
  • Projektbearbeiter
    Carsten Vötzsch
  • Projektdauer
    02/2013-05/2013

Ihr Ansprechpartner

Carsten Vötsch

0371 / 444 31 62